Graffito am S-Bahnhof Berlin-Marienfelde

Die Buchstaben "CSE" stehen hier für das theologische Fach "Christliche Sozial(- und Umwelt)ethik".
Andreas Lienkamp

Lienkamp, Andreas / Werth, Wolfgang / Berkemeier, Christian (Hrsg.):
"As strange as the world"
Annäherungen an das Werk des Erzählers und Filmemachers Paul Auster
(Anglistik / Amerikanistik 8), Münster: Lit 2002.

Mit Beiträgen von Christiane Ackermann, Christian Berkemeier, Georg Deggerich, Roy Goldblatt, Bernd Herzogenrath, Andreas Lienkamp, Ulrich Meurer, Verena Voges, Klaus W. Vowe und Wolfgang Werth.

169 S., 20.90 EUR, br.

ISBN 3-8258-6046-9

Über das Buch

Paul Auster

Paul Auster ist nicht nur einer der populärsten, sondern auch der interessantesten Autoren der amerikanischen Gegenwartsliteratur. Seine Bücher, die mittlerweile in zwei Dutzend Sprachen übersetzt werden, sind der gelungene Beweis, dass man auch im Zeitalter der Postmoderne spannend, unterhaltsam und dabei doch literarisch anspruchsvoll erzählen kann.

Ohne Scheuklappen verbindet Auster Leichtigkeit und Tiefgang, eingängiges Fabulieren und erzähltechnische Finesse. Seine Romane und Kurzgeschichten lassen sich als packende Detektivgeschichten, aber auch als metaphysische Spekulationen über Zufall, Schein und Identität lesen. Nicht umsonst wird Auster in der Kritik häufig mit Kafka oder Beckett verglichen.

"What I am after, I suppose, is to write fiction as strange as the world I live in." Paul Austers Werke handeln immer wieder von unerhörten Begebenheiten, jenen unkalkulierbaren Wechselfällen des Lebens, die uns die Welt und uns selbst mit anderen Augen sehen lassen.

Ob durch einen fehlgeleiteten Telefonanruf, eine verpasste Autobahnauffahrt oder eine unverhoffte Erbschaft, Austers Romanhelden brechen aus dem Kokon des Alltags aus, um auf abenteuerlichen Wegen zu sich selbst zu finden. Ihre Reisen sind dabei ebenso Erkundungen des zeitgenössischen Amerika wie Tauchfahrten ins eigene Ich. "Alle meine Bücher sind Teile einer Landkarte", so Auster über sein Werk. Dass sich der Autor und Filmemacher Paul Auster immer auf der Höhe der Theorien von Poststrukturalismus und Dekonstruktion bewegt, lassen die Beiträge dieses Bandes erkennen. Auster wird zum Mittler der Kulturen diesseits und jenseits des Atlantiks. In Europa spricht er ein größeres Lesepublikum an als in den Vereinigten Staaten, was nicht zuletzt seiner genauen Kenntnis der französischen Literatur geschuldet ist.

Keineswegs erschöpfend angelegt, mag dieser Band Anregungen für die Auseinandersetzung mit dem Werk eines zeitgenössischen Autors bieten.

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Inhalt

Einleitung

Metaphysik und Mythos

Roy Goldblatt
Postmoderne luftmenschen im Werk Paul Austers

Andreas Lienkamp
Mauern, Levitationen und leuchtende Steine - Erlösungsmotive im Werk Paul Austers

Ulrich Meurer
Manhattan am Euphrat - Die City of Glass als mythische Reaktualisierung

Stadt und Raum

Bernd Herzogenrath
Living on the Edge - In the Country of Last Things

Verena Voges
"Anywhere out of the world" - Raumstrukturen und ihre Darstellung in Paul Austers The Music of Chance und Ghosts

Klaus W. Vowe
Paul Austers Großstadtbilder - Harte Arbeit an der Rekonstruktion des Amerikanischen Traums

Bild und Subjekt

Christiane Ackermann
"It flies off in so many little directions at once" - Das Subjekt als Hyperstruktur in Paul Austers City of Glass

Georg Deggerich
Watching the Detectives - Identitätssuche und Identitätsverlust in Paul Austers New York Trilogy

Wolfgang Werth
Der literarische chiffonnier - Abfallmotive im Werk von Paul Auster

Christian Berkemeier
Schlafes Bruder - Assoziationen zu Text, Tod und (T)raum in Austers Moon Palace, Timbuktu und Lulu on the Bridge

Autorinnen, Autoren und Herausgeber

Werke Paul Austers

Namenregister

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